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Von der Leyen nicht begeistert von freundlichem Angebot

Vorgestern teilte die Piratenpartei mit, dass die Forderungen der Bundesfamilienministerin von der Leyen nach mehr Medienkompetenz und Netiquette untertützt würden. Mensch bot der Ministerin sogar eine Zusammenarbeit an. Ich hatte daher der Pressestelle von der Leyens eine Anfrage geschickt, wie die Ministerin sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte und wenn nein, warum eigentlich. Außerdem hatte ich gefragt, ob von der Leyen die Vorschläge der Piratenpartei augnehmen würde. Ihr Pressesprecher, Jens Flossdorf, ging zwar nicht wirklich auf meine Fragen ein, regierte jedoch recht ablehnend. Er zog die Ernsthaftigkeit der Pressemitteilung ;-) sogar tatsächlich in Zweifel:

Die Weiterentwicklung von Verhaltensregeln im Internet ist ein wichtiges Projekt für die nächste Legislaturperiode. Nach hiesiger Kenntnis ist bislang jedoch noch niemand von der Piratenpartei mit einem konkreten Angebot an das Ministerium herangetreten. Zur Ernsthaftigkeit des über die Presse verbreiteten Vorschlags kann ich Ihnen daher leider nichts sagen. Wenn es Fachleute gibt, die Expertenwissen zu diesem Thema beisteuern wollen, werden die Fachleute unseres Hauses diese Anregungen gerne prüfen und ggfs. für die weitere Arbeit, etwa bei der Fortführung der Gespräche mit den Betreibern der großen sozialen Netzwerke aufnehmen.

Die Tür ist scheibar noch nicht ganz zu, liebe Piratenpartei…

Seit‘ an Seit‘ mit von der Leyen

Die Piratenpartei ist für Überraschungen immer zu haben: Gestern betitelte Thorsten Wirth, Bundesvorstand und Spitzenkandidat in Hessen, eine Pressemitteilung mit:

Piratenpartei unterstützt Forderung der Familienministerin

Anlass dafür war ein Interview der Rheinischen Post der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am 23. Juli 2009, indem sie gefordert hatte:

Ich möchte gemeinsam mit den Verantwortlichen [sozialer Netzwerke], aber auch mit der Kompetenz der Jugendlichen einen Verhaltenskodex entwickeln. Es geht um achtsamen und wachen Umgang miteinander. […] Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden. Respektvoller Umgang muss in Chats, blogs oder Foren so selbstverständlich sein, wie wir das auch im Schulalltag mit Streitschlichtern oder Vertrauenslehrern einfordern.

Und das imponierte dann schließlich auch der Piratenpartei. Der Bundesvorstand stand sofort bei Fuß und erklärte gestern in eben jener Presseerklärung:

Die Piraten stehen der Familienministerin auf Wunsch gern mit Rat und Tat zur Seite, diese Regeln an diejenigen zu vermitteln, die mit der Netiquette noch nicht so vertraut sind. Beispielsweise könnten Familienministerium und Experten der Piratenpartei gemeinsam konkrete Leitlinien und Vorschläge entwickeln, die Eltern und Erziehern dabei helfen, Kinder und Jugendliche mit dem fairen und verantwortungsbewussten Umgang untereinander vertraut zu machen – besonders im Internet.

Ursula von der Leyen hat sich bislang nicht dazu geäußert. Eine Antwort auf meine Frage an ihre Pressestelle, ob sie das Angebot annehmen werde, steht noch aus.

Update (28. Juli 2009): Antwort ist da.